Bettwanzenbekämpfung in Berlin
Bettwanzen kommen fast immer in einem Gepäckstück oder einem gebrauchten Möbelstück ins Haus, und von selbst verschwinden sie nicht. Diese Seite sagt, woran Sie den Befall erkennen, wie ein Einsatz bei uns abläuft und wer die Bekämpfung bezahlt. Krankheiten übertragen Bettwanzen nach heutigem Kenntnisstand nicht.
Was Sie jetzt tun sollten
- Putzen Sie die Spuren nicht weg. Wo die Kotpunkte sitzen, sagt, wo die Verstecke sind. Danach richtet sich die Behandlung.
- Wechseln Sie nicht den Schlafplatz. Die Tiere folgen der Nahrungsquelle, und die sind Sie: Wer auf die Couch zieht, trägt den Befall in die ganze Wohnung.
- Beim Gesundheitsamt müssen Sie nichts melden. Bettwanzen stehen nicht in der Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung, anders als Ratten.
- Wer zur Miete wohnt, zeigt den Befall noch heute dem Vermieter an. Beseitigen und bezahlen muss ihn grundsätzlich der Vermieter.
- Den Preis für den gesamten Einsatz nennen wir vor dem ersten Handgriff. Wer sich dagegen entscheidet, sagt ab.
Der Befall wartet nicht auf Sie
Jede Woche wächst er und wandert weiter. Ein Anruf klärt, was jetzt zu tun ist. Der Preis steht fest, bevor wir anfangen.
Woran erkenne ich Bettwanzen?
Das Tier selbst bekommt kaum jemand zu sehen. Die Spuren sind eindeutiger als der Stich.
Am sichersten an den Spuren: schwarze Kotpunkte an den Verstecken, Häutungshüllen, mehrere Stiche in einer Reihe. Die Tiere selbst sind nachtaktiv, ausgewachsen 5 bis 6 Millimeter groß, stark abgeplattet und rotbraun. Wer darauf wartet, eines zu sehen, sucht an der falschen Stelle.Quelle 1
- Kottropfen. Schwarze Punkte besonders um die Verstecke und in ihnen. Das ist das Merkmal, das man am ehesten findet, wenn man weiß, wo man suchen muss.
- Häutungshüllen und lebende Tiere. Erst diese beiden Funde belegen, dass die Tiere noch da sind. Kotpunkte zeigen nur, dass dort welche waren.
- Stiche in einer Reihe. Mehrere Stiche dicht nebeneinander in einer Linie, umgangssprachlich Bettwanzenstraße genannt. Die meisten Menschen reagieren mit kleinen blutunterlaufenen Pusteln und Juckreiz.
- Die Verstecke. Vor allem im Bett, hinter Bildern, an abstehenden Tapetenrändern, Scheuerleisten und Lichtschaltern, in Möbelfugen und Ritzen. Das ist die Liste, die eine Suche vor Ort abarbeitet.
- Der Geruch. Bettwanzen besitzen Stinkdrüsen, die penetrant riechende Sekrete abgeben. Ein strenger Geruch im Schlafzimmer ohne erkennbare Quelle ist ein Anlass nachzusehen.
Warum Eile zählt, erklärt die Biologie: Ein Weibchen legt im Laufe seines Lebens 350 bis 400 Eier, und bei 27 Grad Celsius ist die Entwicklung zum erwachsenen Tier in vier bis fünf Wochen abgeschlossen.Quelle 1
Bei 13 Grad Celsius steht die Entwicklung still, aber die Tiere leben 9 bis 18 Monate. Wer die Heizung abdreht, tötet damit nichts, er verlangsamt nur.Quelle 1
Putzen Sie die Spuren nicht weg, bevor jemand sie gesehen hat. Ein gereinigtes Zimmer ist für die Suche wertlos, und der Befall verschwindet dadurch nicht.
Warum reichen Sprays und Hausmittel nicht?
Die häufigsten ersten Reaktionen sind genau die falschen. Hier steht, warum.
Weil die Eier sehr widerstandsfähig sind, die Tiere versteckt leben und Populationen gegen Wirkstoffe unempfindlich sein können. Das Umweltbundesamt nennt die Bekämpfung deshalb äußerst schwierig und schreibt, sie muss durch eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma erfolgen.Quelle 1
- Den Schlafplatz wechseln. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab. Bettwanzen wandern nur ab, wenn ihnen die Nahrungsquelle fehlt. Wer auf die Couch zieht, nimmt sie mit und trägt den Befall in die ganze Wohnung.
- Sprays aus dem Baumarkt. Populationen können Wirkstoffresistenzen ausbilden. Ein Mittel, das nicht wirkt, tötet die empfindlichen Tiere und lässt die widerstandsfähigen übrig.
- Eine Behandlung für ausreichend halten. Eine Behandlung erreicht nicht immer alle Tiere in ihren Verstecken, und die Eier sind sehr widerstandsfähig. Deshalb sind mehrere Durchgänge nötig, über einige Wochen.
- Matratze und Möbel auf die Straße stellen. Gebrauchte Möbelstücke sind einer der typischen Übertragungswege. Wer befallene Stücke unverpackt durch das Treppenhaus trägt, verteilt den Befall im Haus und gibt ihn an den Nächsten weiter.
- Auf eigene Faust heizen. Die Hitzebehandlung heizt Räume mit speziellen Öfen auf 50 bis 60 Grad Celsius und muss dabei die Abwanderung in Nachbarräume verhindern. Genau daran scheitern Laienversuche.
- Sofort selbst bezahlen. Wer als Mieter ohne Anzeige an den Vermieter in Vorkasse geht, verliert den Erstattungsanspruch häufig. Die Reihenfolge steht unten im Abschnitt zu Ihren Pflichten.
Wie ein Einsatz bei uns abläuft
Wir sagen hier nur, was wir tun. Angaben, die wir nicht belegen können, stehen nicht auf dieser Seite.
- 01BesichtigungSie schildern den Fund am Telefon, über WhatsApp oder das Formular; Fotos helfen mehr als jede Beschreibung. Vor Ort wird gesucht, bevor behandelt wird: Bett, Bilderrückseiten, Tapetenränder, Scheuerleisten, Lichtschalter, Möbelfugen.
- 02Festpreis vor BeginnErst wenn feststeht, wo die Verstecke sitzen und wie weit der Befall reicht, steht das Verfahren fest, und danach der Preis für den gesamten Einsatz. Wer sich dagegen entscheidet, sagt ab.
- 03BekämpfungHitze, Kälte, chemische Behandlung oder eine Kombination, je nach Befall und Objekt. Mehrere Durchgänge im Abstand der Entwicklungsdauer sind eingeplant, denn eine Behandlung erreicht nicht immer alle Tiere, und die Eier sind widerstandsfähig.
- 04NachkontrolleFür den Erfolg unerlässlich, vom Betrieb und von Ihnen: auf neue Stiche achten, das Bett auf Blutspuren prüfen, gezielt nach lebenden Tieren suchen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie in den Wochen danach schauen.
Vor dem Haus parkt ein Wagen ohne Aufschrift; wer im Haus wohnt, sieht jemanden mit einem Koffer. Den Sachkundenachweis nach TRGS 523, den jeder braucht, der Biozide einsetzt, dürfen Sie sich bei jedem Betrieb zeigen lassen, bei uns auch.
Wird mit einem Begasungsverfahren gearbeitet, verlangt die Gefahrstoffverordnung zusätzlich einen Befähigungsschein samt Anzeige der Tätigkeit. Die Behörde erteilt ihn nur bei Mindestalter, geeigneter Berufsausbildung, Zuverlässigkeit, ärztlich bescheinigter Eignung, Sachkunde aus einem anerkannten Lehrgang und ausreichenden Sprachkenntnissen, für höchstens sechs Jahre.Quelle 6
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Fund überhaupt Bettwanzen sind: Schildern Sie ihn am Telefon, bevor Sie etwas verändern.

Was Sie tun müssen: Miete, Eigentum, Verwaltung
Keine Meldepflicht, aber je nach Rolle sehr verschiedene Pflichten.
Beim Gesundheitsamt müssen Sie nichts melden: Bettwanzen stehen nicht in der Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung, deren Melde- und Beauftragungspflicht greift hier also nicht. Was Sie stattdessen tun müssen, hängt davon ab, ob Sie mieten, besitzen oder verwalten.Quelle 3
- Sie wohnen zur Miete
- Zeigen Sie den Mangel unverzüglich Ihrem Vermieter an: in Textform, mit Datum und Beschreibung des Fundes. Beauftragen und bezahlen muss die Bekämpfung grundsätzlich er, außer Sie haben den Befall durch falsches Wohnverhalten verursacht.
- Ihnen gehört das Haus
- Sie müssen nichts melden. Sie beauftragen selbst und tragen die Kosten; bei vermieteten Wohnungen gehört die Beseitigung zu Ihrer Erhaltungspflicht als Vermieter.
- Sie verwalten
- Organisieren Sie die Beseitigung für den Eigentümer. Eine einmalige Bettwanzenbekämpfung ist Instandhaltung, keine laufenden Betriebskosten. Sie dürfen sie nicht auf die Mieter umlegen.
Quelle 7Quelle 11Quelle 8Quelle 12
Grundlage der Weiche ist das Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 8. Mai 2025: Ein Wanzenbefall ist ein Mangel der Mietsache, den grundsätzlich der Vermieter nach Paragraf 535 BGB beseitigen muss, so schon das Amtsgericht Frankfurt 2021.Quelle 7Quelle 8
Die Anzeige an den Vermieter verlangt Paragraf 536c BGB unverzüglich. Unterlassen Sie sie, verlieren Sie Minderung, Schadensersatz und das Recht zur fristlosen Kündigung, soweit der Vermieter wegen der fehlenden Anzeige nicht abhelfen konnte.Quelle 11Quelle 9Quelle 10
Wollen Sie selbst beauftragen und die Kosten zurückholen, gilt die Reihenfolge aus Paragraf 536a BGB: erst die Anzeige, dann muss der Vermieter in Verzug sein, oder die sofortige Beseitigung war zur Erhaltung der Mietsache notwendig.Quelle 7Quelle 10
Vom Jobcenter bekommen Sie diese Kosten nicht ersetzt; Sie werden vorrangig auf Ihren Anspruch gegen den Vermieter verwiesen, es sei denn, Ihr Mietvertrag verpflichtet Sie wirksam zur Übernahme. Die Einzelheiten stehen unten in den Fragen.Quelle 7
Der Grund für die fehlende Meldepflicht steht im Infektionsschutzgesetz: Ein Gesundheitsschädling ist dort ein Tier, das Krankheitserreger auf Menschen übertragen kann. Genau dieser Nachweis fehlt bei der Bettwanze. Deshalb steht die Schabe auf der Berliner Liste und die Wanze nicht.Quelle 4Quelle 2Quelle 3
Eine Auffangregel bleibt: Nach Paragraf 17 des Infektionsschutzgesetzes kann die Behörde Maßnahmen anordnen, wenn die begründete Gefahr besteht, dass Krankheitserreger verbreitet werden. Bei Bettwanzen ist genau diese Voraussetzung das Problem.Quelle 5
Im Berliner Verfahren trug das Jobcenter entsprechend vor, Bettwanzen seien keine Schädlinge im Sinne der Schädlingsbekämpfungsverordnung. Das betraf noch die Vorgängerfassung, und an diesem Punkt hat die Neufassung vom April 2026 nichts geändert.Quelle 7Quelle 3
Bei Ratten gilt das Gegenteil: Dort ist die Meldung an das Bezirksamt Pflicht. Was dann zu tun ist, steht auf unserer Seite zu Ratten. Wo Ihr Gesundheitsamt sitzt, steht auf den Bezirksseiten, etwa für Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf; die Zuordnung nach Adresse steht in der Übersicht der zwölf Bezirksämter.Quelle 3
Wer meldet, wer beauftragt, wer zahlt: Ausführlicher steht das auf der Seite Vermieter oder Mieter. Was den Aufwand einer Behandlung treibt, steht auf der Seite Was den Preis bestimmt.
Wie gefährlich sind Bettwanzen?
Einordnung ohne Angstdruck, mit den Sätzen des Umweltbundesamts.
Nach derzeitigem Kenntnisstand spielen Bettwanzen als Überträger von Krankheitserregern keine Rolle. So schreibt es das Umweltbundesamt, und im Schädlingsratgeber derselben Behörde heißt es: Eine Übertragung von Krankheitserregern konnte bislang nicht nachgewiesen werden.Quelle 1Quelle 2
Wer Ihnen Angst vor Krankheiten macht, um einen Auftrag zu bekommen, argumentiert an der Quellenlage vorbei. Der Grund zu handeln ist ein anderer: Der Befall wächst, er verteilt sich in der Wohnung, und mit jeder Woche wird die Behandlung aufwendiger.Quelle 1
Ernst nehmen sollten Sie die belegten Folgen: Pusteln und Juckreiz, bei sensiblen Personen stärkere allergische Reaktionen, Sekundärinfektionen durch das Kratzen, und häufig Schlafstörungen. Das ist in der Praxis der Punkt, an dem Betroffene anrufen.Quelle 1
Wie stark die Belastung wird, zeigt ein Berliner Verfahren: Ein Betroffener schilderte dem Landessozialgericht, die Wanzen tauchten nachts zu Hunderten auf; die Familie zog während des Befalls in ein Hostel. Kein Infektionsfall, ein Wohnungsfall, und genau so wird er rechtlich behandelt.Quelle 7
Wie verhindere ich den nächsten Befall?
Fast immer kommen die Tiere passiv ins Haus, im Gepäck oder in gebrauchten Möbeln. Mit Sauberkeit hat das nichts zu tun.
Kontrollieren Sie, was Sie hereintragen. In den meisten Fällen werden Bettwanzen passiv übertragen, versteckt in Reisegepäck, gebrauchten Möbelstücken oder Hüllen. Ein Befall sagt deshalb nichts über Ihre Haushaltsführung. Die Scham, die viele vom Anruf abhält, ist sachlich unbegründet.Quelle 1
- Im Hotel zuerst das Bett ansehen. Möglichst noch bevor das Zimmer bezogen und das Gepäck hereingebracht wird, auf Kotspuren, Eier und Häute kontrollieren.
- Den Koffer nicht ans Bett stellen. Koffer und Taschen gehören auf einen Tisch, nicht neben oder auf das Bett.
- Nach der Reise in der Badewanne auspacken. Das Reisegepäck dort öffnen und ausschütteln. Was herausfällt, sitzt dann in der Wanne und nicht im Schlafzimmerteppich.
- Wäsche bei 60 Grad waschen oder einfrieren. Das gilt für befallene Wäsche ebenso wie für Koffer und Taschen selbst.
- Gebrauchte Möbel vorher untersuchen. Bevor sie in die Wohnung kommen, auf Kotspuren, Häutungshüllen und Tiere absuchen. Der Fund an der Wohnungstür kostet nichts, der Fund drei Wochen später kostet eine Behandlung.
Vorbeugen verhindert das Einschleppen, es beendet keinen bestehenden Befall. Sitzen die Tiere erst in den Ritzen, helfen Kontrolle und Wäsche allein nicht mehr weiter.Quelle 1
Schildern Sie den Fall. Danach wissen Sie, was der nächste Schritt ist und was er kostet.

Fragen und Antworten
Übertragen Bettwanzen Krankheiten?
Nach derzeitigem Kenntnisstand spielen Bettwanzen als Überträger von Krankheitserregern keine Rolle. Das Umweltbundesamt schreibt, eine Übertragung von Krankheitserregern habe bislang nicht nachgewiesen werden können. Belegt sind dagegen Pusteln und Juckreiz, bei sensiblen Personen stärkere allergische Reaktionen, Sekundärinfektionen durch Kratzen und häufig Schlafstörungen.
Muss ich einen Bettwanzenbefall in Berlin melden?
Nein. Die Berliner Verordnung zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen vom 22. April 2026 führt in Paragraf 1 nur Ratten, Pharaoameisen, synanthrope Schaben, synanthrope Fliegen, die Asiatische Tigermücke und neuartige Gesundheitsschädlinge auf. Bettwanzen sind nicht erfasst, die Melde- und Beauftragungspflicht aus Paragraf 5 Absatz 1 greift also nicht. Bei Ratten ist das anders.
Woran erkenne ich Bettwanzen?
An schwarzen Kottropfen um die Verstecke und in ihnen, an Häutungshüllen und lebenden Tieren, die einen aktuellen Befall anzeigen, und an mehreren Stichen dicht nebeneinander in einer Reihe. Die Tiere sitzen vor allem im Bett, hinter Bildern, an abstehenden Tapetenrändern, Scheuerleisten und Lichtschaltern sowie in Möbelfugen und Ritzen. Ausgewachsen sind sie 5 bis 6 Millimeter groß und rotbraun.
Wer zahlt die Bettwanzenbekämpfung in einer Mietwohnung?
Grundsätzlich der Vermieter. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat 2025 entschieden, dass ein Wanzenbefall ein Mangel der Mietsache ist, den der Vermieter nach Paragraf 535 Absatz 1 Satz 2 BGB zu beseitigen hat. Etwas anderes gilt nur, wenn der Mieter den Befall durch falsches Wohnverhalten verursacht hat. Eine einmalige Bekämpfung ist Instandhaltung und nicht als Betriebskosten umlagefähig.
Kann ich die Miete wegen Bettwanzen mindern?
Das kommt in Betracht. Kann bei einem erheblichen Ungezieferbefall die Ursache weder dem Vermieter noch dem Mieter vorgeworfen werden oder ist sie nicht aufklärbar, begründet der Befall nach der vom Landessozialgericht zitierten Kommentierung die Möglichkeit der Mietminderung nach Paragraf 536 Absatz 1 BGB. Voraussetzung ist immer, dass der Mangel dem Vermieter nach Paragraf 536c Absatz 1 BGB unverzüglich angezeigt wurde. Zur Höhe lassen Sie sich beraten.
Zahlt das Jobcenter die Bettwanzenbekämpfung?
Nach dem Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 8. Mai 2025 nicht. Die Kosten sind weder als besonderer unabweisbarer Bedarf noch als Erstausstattung noch als laufender Bedarf noch als Kosten der Unterkunft zu übernehmen, wenn der Leistungsempfänger nicht mietvertraglich wirksam zur Übernahme solcher Kosten verpflichtet ist. Betroffene sind vorrangig auf den Anspruch gegen den Vermieter zu verweisen.
Reicht eine Behandlung gegen Bettwanzen?
In aller Regel nicht. Bei einer Behandlung werden nicht immer alle Tiere in ihren Verstecken erreicht, und die Eier sind sehr widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse. Deshalb müssen mehrere Behandlungen durchgeführt werden, sodass eine erfolgreiche Bekämpfung erst nach einigen Wochen abgeschlossen ist. Regelmäßige Nachkontrollen durch den Schädlingsbekämpfer und durch die Betroffenen sind dabei unerlässlich.
Helfen Sprays aus dem Baumarkt gegen Bettwanzen?
Das Umweltbundesamt nennt die versteckte Lebensweise und die mögliche Ausbildung von Wirkstoffresistenzen als Gründe dafür, dass die Bekämpfung äußerst schwierig ist und durch eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma erfolgen muss. Ein Mittel, gegen das eine Population unempfindlich ist, entfernt nur die empfindlichen Tiere und lässt die übrigen zurück.
Soll ich bei Bettwanzen in einem anderen Zimmer schlafen?
Nein. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich, das Wechseln des Schlafplatzes zu vermeiden, um die Tiere nicht weiter in der Wohnung zu verbreiten. Zu einer aktiven Abwanderung in andere Räume kommt es im Allgemeinen nur dann, wenn den Bettwanzen keine Nahrungsquelle mehr zur Verfügung steht. Wer das Zimmer wechselt, nimmt die Nahrungsquelle mit.
Muss ich Matratze und Möbel wegwerfen?
Nicht vorschnell. Gebrauchte Möbelstücke sind einer der typischen Wege, auf denen Bettwanzen weitergegeben werden, und ein befallenes Stück unverpackt durch das Treppenhaus zu tragen verteilt den Befall im Haus. Befallene Wäsche lässt sich bei 60 Grad waschen oder einfrieren, Räume lassen sich mit speziellen Öfen auf 50 bis 60 Grad Celsius aufheizen. Was mit einem einzelnen Möbelstück geschieht, entscheidet sich vor Ort.
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen
Jede rechtliche und biologische Aussage auf dieser Seite ist belegt. Die Fundstellen stehen hier, damit Sie nachlesen können.
Alle 14 Fundstellen anzeigen
- Umweltbundesamt, Steckbrief BettwanzenMerkmale, Entwicklung, Befallsanzeichen, Verstecke, Krankheitserreger, Vorbeugung, Bekämpfung
- Umweltbundesamt, Schädlingsratgeber im Informationsportal BiozideEintrag Bettwanze: eine Übertragung von Krankheitserregern konnte bislang nicht nachgewiesen werden
- Verordnung zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen (SchädlBekV) vom 22. April 2026GVBl. Nr. 13 S. 177 bis 180, gültig ab 09.05.2026. Paragraf 1 und Paragraf 5
- Infektionsschutzgesetz, Paragraf 2Nummer 12, Begriff des Gesundheitsschädlings
- Infektionsschutzgesetz, Paragraf 17Absatz 2, Anordnung von Maßnahmen gegen Gesundheitsschädlinge
- Gefahrstoffverordnung, Anhang INummer 4, Begasungen. Anzeige nach 4.2, Befähigungsschein nach 4.5
- Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 08.05.2025L 14 AS 237/22, Wanzenbefall als Mangel der Mietsache, Abgrenzung Instandhaltung zu Betriebskosten, keine Übernahme durch das Jobcenter
- Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 535Absatz 1 Satz 2, Erhaltungspflicht des Vermieters
- Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 536Absatz 1, Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln
- Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 536aAbsatz 2, Aufwendungsersatz bei Verzug des Vermieters
- Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 536cAnzeigepflicht des Mieters und Rechtsverlust
- Betriebskostenverordnung, Paragraf 2Nummer 9, Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung
- Tierschutzgesetz, Paragraf 1Satz 2, vernünftiger Grund
- Tierschutzgesetz, Paragraf 13Absatz 1 Satz 1, Vorrichtungen zum Fangen von Wirbeltieren
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