Eine Fachkraft hängt eine Pheromonfalle unter die Regalkante, die Bewohnerin hält ein leeres Vorratsglas und schaut erleichtert zu.

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Mottenbekämpfung Berlin

Sie rufen an, wir übernehmen: Quelle finden, gezielt behandeln, Festpreis vor Beginn. Vorräte und Kleidung gehören wieder Ihnen.

Sachkunde
TRGS 523
Einsatzgebiet
Alle 12 Bezirke
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Mottenbekämpfung in Berlin

Der Falter, der abends durch die Küche fliegt, frisst nichts — den Schaden machen die Larven, und die sitzen woanders. Hier steht, woran Sie die Art erkennen, warum Hausmittel den Befall selten beenden und wie ein Einsatz bei uns abläuft.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Merken Sie sich, wo der Falter aufgetaucht ist: Kleiderschrank oder Vorratsregal. Von dieser Frage hängt jede weitere Maßnahme ab.
  • Werfen Sie befallene Vorräte weg, aber sprühen Sie kein Insektizid dorthin, wo Lebensmittel stehen.
  • Sie müssen nichts melden und niemanden beauftragen: Motten stehen nicht in der Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung.
  • Zur Miete: Zeigen Sie den Befall unverzüglich Ihrem Vermieter an, die Beseitigung ist grundsätzlich seine Sache. Im eigenen Haus entscheiden Sie selbst.
  • Wenn wir kommen, steht der Festpreis für den gesamten Einsatz vor dem ersten Handgriff fest.

Der Befall wartet nicht auf Sie

Jede Woche wächst er und wandert weiter. Ein Anruf klärt, was jetzt zu tun ist. Der Preis steht fest, bevor wir anfangen.

Erkennen

Woran erkenne ich, welche Motte es ist?

Im Schrank sitzt die Kleidermotte, im Regal Dörrobst-, Mehl-, Getreide- oder Speichermotte — zwei verschiedene Probleme unter einem Alltagswort.

Am Ort und an der Spur, nicht am Falter. Kleidermotten gehen an Wolle, Haare und Federn, Vorratsmotten an Mehl, Müsli, Gewürze, Trockenobst und Tierfutter. Der Falter selbst frisst nichts — den Schaden machen allein die Larven, und zwar dort, wo die Quelle sitzt.Quelle 1Quelle 2

  • Ein unscheinbarer, gelblich-brauner Falter. Die Kleidermotte ist ein einfarbig gelb- bis bräunlicher Nachtfalter, bis zu 1 Zentimeter lang. Vorratsmotten-Falter sind ähnlich groß, mit bis zu 2 Zentimetern Flügelspannweite.
  • Fraßlöcher in Wolle. Kleine, unregelmäßige Löcher, über das ganze Stück verteilt, dazu Kotbröckchen mit unregelmäßiger Oberfläche — das Schadbild der Kleidermotte.
  • Röhrenartiger Köcher. Die Kleidermottenlarve ist weiß-gelblich mit brauner Kopfkapsel, etwa 9 Millimeter lang, und spinnt eine Röhre, in der sie sitzt und sich verpuppt.
  • Weißes Gespinst im Vorrat. Vorratsmottenlarven überziehen das Nährsubstrat mit einem feinen weißen Gespinst, das es zusammenklebt. Mehl, das an einer Stelle verbacken wirkt, ist verdächtig.
  • Larven am Tag, Falter in der Nacht. Die Falter sind nachtaktiv, die Larven tagaktiv. Was tagsüber kriecht, ist das Stadium, das den Schaden verursacht.
  • Eier in Ritzen und Fugen. Ein Weibchen der Dörrobstmotte lebt 10 bis 14 Tage und legt bis zu 300 Eier ab — in enge Ritzen und Fugen, nicht in die Packung.
  • Es hört nicht von selbst auf. Die Entwicklung dauert 30 bis 75 Tage, bis zu vier Mottengenerationen im Jahr sind möglich.

Quelle 1Quelle 2

Die häufigste Verwechslung: Löcher in reiner Baumwolle stammen nicht von Kleidermotten, deren Larven verdauen nur Keratin. Und fehlen an Wolltextilien die weißen Gespinste, kommen Pelzkäfer in Betracht — dort beginnt der Fraß am unteren Haarende, die Haare fallen büschelweise aus.Quelle 1Quelle 3

Fehler

Warum Sprays und Hausmittel nicht reichen

Keiner dieser Punkte ist verboten. Jeder einzelne verlängert den Befall.

Weil fast jede Selbsthilfe das falsche Stadium trifft. Fallen fangen nur Männchen, Sprays erreichen die Eier in den Ritzen nicht, und die Quelle bleibt stehen. Solange der Herd steht, kommt der nächste Durchgang.Quelle 2

  1. Die Pheromonfalle für eine Behandlung halten. Lockstoff-Fallen locken paarungsbereite Mottenmännchen auf einen Klebestreifen. Das Umweltbundesamt führt sie unter der Befallsermittlung und schreibt, allein reichten sie nicht aus. Folge: die Weibchen legen weiter.
  2. Nur den befallenen Beutel wegwerfen. Die Eier liegen in engen Ritzen und Fugen neben der Packung. Folge: der nächste Durchgang steht schon im Regalrand.
  3. Insektizid in den Lebensmittelschrank sprühen. Das Umweltbundesamt rät bei Vorratsmotten von Insektiziden wie Pyrethroiden ab und hält vorbeugende und nicht-chemische Maßnahmen in der Regel für ausreichend. Folge: ein zweites Problem neben dem ersten.
  4. Zu kurz oder zu warm einfrieren. Für Kleidermotten gelten mindestens minus 19 Grad Celsius über mindestens 36 Stunden, für Tierfutter 24 Stunden bei minus 18 Grad oder eine Stunde bei 60 Grad. Folge eines lauen Gefrierfachs: die Eier überleben.
  5. Jedes Fraßloch der Motte zuschreiben. Sitzt das Loch in Baumwolle, war es keine Kleidermotte. Fehlen die Gespinste, kommen Pelzkäfer in Betracht. Folge: die Behandlung läuft am falschen Tier.
  6. Schlupfwespen kaufen, ohne die Art zu kennen. Gegen die Dörrobstmotte wirken Trichogramma evanescens an den Eistadien und Bracon hebetor an den Larvenstadien, bei Kleidermotten Trichogramma evanescens. Folge der falschen Wahl: Sie warten umsonst.
  7. Die Quelle nicht suchen. Ein Wollteppich unter dem Schrank, ein Federkissen im Karton, ein vergessener Sack Tierfutter im Abstellraum. Folge: es geht immer wieder los.

Quelle 1Quelle 2Quelle 3

Ablauf

Wie ein Einsatz bei uns abläuft

Hier steht nur, was wir tun. Angaben, die wir nicht belegen können, stehen nicht auf dieser Seite.

  1. 01BesichtigungWir bestimmen die Art an Falter, Larve, Gespinst und Schadbild und suchen den Herd: Schrankrückwände, Sockelleisten, Teppichkanten, Ritzen und Fugen, Tierfutter, Saatgut.
  2. 02Festpreis vor BeginnErst wenn Art und Herd feststehen, steht das Verfahren fest — und damit der Preis für den gesamten Einsatz, genannt vor dem ersten Handgriff. Was den Aufwand treibt, steht auf der Seite Was den Preis bestimmt.
  3. 03BekämpfungJe nach Fall mit Temperatur, mit Nützlingen oder mit einem zugelassenen Mittel. Dazu: befallene Ware entsorgen, Lagerung umstellen, Zugänge schließen.
  4. 04NachkontrolleBei bis zu vier Mottengenerationen im Jahr ist eine einzelne ruhige Woche kein Ergebnis. Wir prüfen nach, bevor der Fall zu ist.

Quelle 2Quelle 3

Wer Biozide einsetzt, braucht in Deutschland die Sachkunde nach TRGS 523 — fragen Sie jeden Betrieb danach, uns auch. Unsere Fahrzeuge tragen keine Aufschrift, wir arbeiten auch am Wochenende, und wir kommen in alle zwölf Berliner Bezirke.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Art Sie vor sich haben: Schildern Sie am Telefon, wo der Falter aufgetaucht ist und was befallen aussieht. Die Art entscheidet über alles Weitere.

Die Fachkraft übergibt dem Bewohner an der Tür die ausgefüllte Checkliste.
Erledigt heißt dokumentiert: Die Checkliste bleibt bei Ihnen.
Pflichten

Was Sie tun müssen: Miete, Eigentum, Verwaltung

Die Rechtslage ist bei Motten kurz — und sie hängt weniger an der Tierart als an Ihrer Rolle im Haus.

Sie müssen nichts melden, und Sie müssen niemanden beauftragen. Die Berliner Verordnung zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen zählt nur Hausratten und Wanderratten, Pharaoameisen, synanthrope Schaben, synanthrope Fliegen, die Asiatische Tigermücke und neuartige Gesundheitsschädlinge auf — Motten stehen dort nicht.Quelle 4

Wer trotzdem wissen will, welche Stelle seines Bezirksamts für Schädlinge zuständig ist, findet sie auf der jeweiligen Bezirksseite, etwa für Neukölln und Spandau, und die Zuordnung nach Adresse in der Übersicht der zwölf Bezirksämter.

Ihre LageWas Sie meldenWer beauftragt und zahlt
Sie wohnen zur MieteDen Befall unverzüglich Ihrem Vermieter, am besten schriftlich. Einer Behörde melden Sie nichts.Grundsätzlich der Vermieter. Nur wenn Sie den Befall durch falsches Wohnverhalten verursacht haben, bleibt er an Ihnen hängen.
Ihnen gehört das HausNiemandem — eine Meldepflicht gibt es bei Motten nicht.Sie entscheiden und zahlen selbst. In einem Lebensmittelbetrieb kommt die Pflicht an der Ware hinzu, siehe unten.
Sie verwaltenSie informieren die betroffenen Mieter. Einer Behörde melden Sie nichts.Beauftragt wird für den Eigentümer. Eine einmalige Bekämpfung ist Instandhaltung und nicht auf die Mieter umlegbar.
Die genauen Fundstellen stehen im Quellenapparat am Seitenende.Quelle 4Quelle 10Quelle 13Quelle 15Quelle 14

Wenn Sie zur Miete wohnen

Ein Mottenbefall ist ein Mangel der Mietsache. Nach Paragraf 535 BGB muss der Vermieter die Wohnung in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand erhalten — die Beseitigung ist deshalb grundsätzlich seine Sache. Etwas anderes gilt nur, wenn Sie den Befall durch falsches Wohnverhalten verursacht haben.Quelle 10Quelle 15

Wer die Motten eingeschleppt hat, lässt sich meist nicht klären: Kleidermotten kommen häufig mit Textilien ins Haus, Vorratsmotten mit der eingekauften Ware. Ist die Ursache nicht aufklärbar, kommt nach der Rechtsprechung eine Mietminderung nach Paragraf 536 BGB in Betracht — Sie dürfen dann weniger zahlen.Quelle 1Quelle 15Quelle 11

Zeigen Sie den Mangel unverzüglich an. Nach Paragraf 536c BGB verlieren Sie sonst Minderung, Schadensersatz und das Recht zur fristlosen Kündigung, soweit der Vermieter gerade deshalb nicht abhelfen konnte.Quelle 13

Beauftragen Sie nicht vorschnell auf eigene Rechnung. Ihr Geld zurück bekommen Sie nach Paragraf 536a BGB nur, wenn der Vermieter mit der Beseitigung in Verzug war oder die umgehende Beseitigung zur Erhaltung der Mietsache notwendig war.Quelle 12Quelle 15

Bei den Nebenkosten zählt nicht die Tierart, sondern ob die Kosten wiederkehren. Nur eine laufende Ungezieferbekämpfung kann nach der Betriebskostenverordnung umgelegt werden; die einmalige Bekämpfung ist Instandhaltung und bleibt beim Vermieter. Prüfen Sie Ihre Abrechnung darauf.Quelle 14Quelle 15

Eine Berliner Gerichtsentscheidung speziell zu Mottenbefall haben wir nicht gelesen. Die zitierten Sätze stammen aus einem Verfahren zu Wanzen und sind dort allgemein zum Ungezieferbefall formuliert. Wer mindern oder Kosten geltend machen will, sollte sich beraten lassen — ausführlicher auf der Seite Vermieter oder Mieter.Quelle 15

Wenn Sie einen Lebensmittelbetrieb führen

Sie dürfen Lebensmittel nur so herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen, dass sie der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht ausgesetzt sind — so steht es in der Lebensmittelhygiene-Verordnung. Dazu zählt eine Ekel erregende Beeinträchtigung der hygienischen Beschaffenheit, und tierische Schädlinge nennt die Verordnung ausdrücklich.Quelle 8Quelle 7

Für Sie heißt das: Der Befall ist schon Ihr Thema, wenn die Ware der Gefahr ausgesetzt ist — nicht erst, wenn ein Gast etwas findet. Befallene Ware müssen Sie entsorgen, und am Ende brauchen Sie etwas Schriftliches: Befund, Behandlung, entsorgte Ware, Ergebnis der Nachkontrolle.Quelle 8Quelle 2

Wird an größeren Warenmengen mit einer Begasung gearbeitet, verlangt die Gefahrstoffverordnung zusätzlich einen Befähigungsschein: Mindestalter von 18 Jahren, geeignete Berufsausbildung, Zuverlässigkeit, ärztliche Eignung, Sachkundenachweis und die erforderlichen Sprachkenntnisse.Quelle 9

Der Schein gilt höchstens sechs Jahre, und die Tätigkeit ist anzeigepflichtig. Lassen Sie sich den Nachweis zeigen, bevor Sie eine Begasung beauftragen.Quelle 9

Gesundheit

Wie gefährlich sind Motten?

Einordnung ohne Angstdruck — mehr, als die Quellen hergeben, behaupten wir nicht.

Für Sie selbst: wenig. Zu Kleidermotten schreibt das Umweltbundesamt, Gesundheitsrisiken für den Menschen seien nicht bekannt. Bei Vorratsmotten ist die Ware das Problem: Der Verzehr befallener Produkte kann zu Allergien, Hauterkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen führen.Quelle 1Quelle 2

Befallene Vorräte sind deshalb ungeeignet und müssen entsorgt werden. Das ist eine Folge des Verzehrs, nicht die Übertragung eines Erregers durch das Tier. Für Sie folgt daraus keine Meldung, sondern eine Entsorgung.Quelle 2

Genau daran hängt die Rechtslage. Ein Gesundheitsschädling ist nach dem Infektionsschutzgesetz ein Tier, durch das Krankheitserreger auf Menschen übertragen werden können. Wo nichts übertragen wird, fehlt der Anknüpfungspunkt — deshalb müssen Sie bei Motten nichts melden.Quelle 5Quelle 1Quelle 4

Bei Ratten liegt genau das anders: Dort sind Meldung und die Beauftragung einer Fachkraft vorgeschrieben. Was für welches Tier gilt, steht auf der Seite Meldepflicht in Berlin.Quelle 4

Es bleibt eine Auffangregel des Infektionsschutzgesetzes: Stellt die Behörde im Einzelfall Gesundheitsschädlinge fest und droht die Verbreitung von Krankheitserregern, kann sie Maßnahmen anordnen. Bei Motten ist genau diese Voraussetzung der schwache Punkt. Wir behaupten deshalb nicht, dass Ihnen behördlicher Ärger droht.Quelle 6

Vorbeugen

So verhindern Sie den nächsten Befall

Beide Arten mögen bestimmte Bedingungen und meiden andere. Vorbeugen ist der billigste Teil der ganzen Sache.

  • Schrank kühl, hell und in Bewegung halten. Temperaturen unter 15 und über 30 Grad Celsius sowie Trockenheit sind für Kleidermotten ungünstig. Lüften Sie regelmäßig — Sonnenlicht und Hitze töten Eier und Larven ab.
  • Wolle gereinigt und verschlossen lagern. Textilien vor dem Einlagern reinigen und dicht verpacken, besonders alles aus Wolle.
  • Fliegennetze an die Fenster. Sie halten den Zuflug in den warmen Monaten zurück.
  • Einkäufe kontrollieren, bevor sie ins Regal kommen. Vorratsmotten kommen mit der Ware. Ein kurzer Blick in Mehl, Müsli und Tierfutter erspart die ganze Kette danach.
  • Vorräte luftdicht umfüllen. Lebens- und Trockenfuttermittel immer in luftdicht verschließbaren Gefäßen lagern. Die Originalpackung ist selten dicht.
  • Nach einem Befall: Essigwasser und Föhn. Befallene Schränke gründlich mit Essigwasser reinigen und die Ritzen mit einem Föhn erhitzen.

Quelle 1Quelle 2

Der häufigste Eintragsweg lässt sich im Haus nicht abstellen: Secondhand, Dachbodenfunde, Umzugskisten, eingelagerte Teppiche. Behandeln Sie solche Stücke, bevor Sie sie einräumen — Vorbeugung verhindert den nächsten Befall, einen bestehenden beseitigt sie nicht.Quelle 1

Tierschutz

Darf ich Motten einfach bekämpfen lassen?

Für die Motte selbst greift wenig. Für das, worin sie sitzt, kann sehr viel greifen.

Ja. Motten sind weder besonders noch streng geschützte Arten. Es gilt nur der Grundsatz aus Tierschutz- und Naturschutzrecht, dass wild lebende Tiere nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen.Quelle 16Quelle 19

Auch das Verbot bestimmter Fang- und Scheuchmittel im Tierschutzgesetz steht nicht im Weg: Es schützt Wirbeltiere vor vermeidbaren Schmerzen, Leiden oder Schäden — Motten sind keine Wirbeltiere. Für Sie ändert sich dadurch nichts.Quelle 17

Ernst wird es an einer anderen Stelle. Kleidermottenlarven fressen Keratin, ein altes Vogelnest im Dach oder Rollladenkasten ist deshalb ein möglicher Herd. Herausreißen dürfen Sie es nicht einfach: Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, Lebensstätten wild lebender Tiere ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.Quelle 1Quelle 19

Für Vögel gilt Schärferes: Europäische Vogelarten sind besonders geschützte Arten, und ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört werden. Klären Sie das, bevor an Dach oder Fassade etwas geöffnet wird.Quelle 18Quelle 20

Schildern Sie den Fall. Danach wissen Sie, welche Art es sein kann, wo der Herd zu suchen ist und was der nächste Schritt ist.

Ein Paar sitzt abends entspannt in seiner ruhigen, hellen Küche.
Danach gehört das Zuhause wieder Ihnen.
Fragen

Fragen und Antworten

Sind Motten meldepflichtig?

Nein. Die Berliner Verordnung zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen vom 22. April 2026 führt in Paragraf 1 nur Hausratten und Wanderratten, Pharaoameisen, synanthrope Schaben, synanthrope Fliegen, die Asiatische Tigermücke und neuartige Gesundheitsschädlinge auf. Motten stehen dort nicht. Damit gibt es bei Mottenbefall weder eine Meldepflicht noch eine Pflicht, eine Fachkraft zu beauftragen.

4

Sind Motten gefährlich für die Gesundheit?

Zu Kleidermotten schreibt das Umweltbundesamt, Gesundheitsrisiken für den Menschen seien nicht bekannt. Bei Vorratsmotten liegt es anders herum: nicht das Tier überträgt etwas, sondern der Verzehr befallener Produkte kann zu Allergien, Hauterkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen führen. Befallene Vorräte sind deshalb ungeeignet und müssen entsorgt werden.

12

Woran erkenne ich, ob es Kleidermotten oder Lebensmittelmotten sind?

Am Ort und an der Spur. Kleidermotten sitzen an keratinhaltigen Materialien wie Wolle, Haaren oder Federn und hinterlassen unregelmäßige Fraßlöcher sowie Kotbröckchen mit unregelmäßiger Oberfläche. Vorratsmotten sitzen an Mehl, Müsli, Reis, Gewürzen, Nüssen, Trockenobst, Tiertrockenfutter und Saatgut und hinterlassen ein feines weißes Gespinst, das das Nährsubstrat überdeckt und zusammenklebt.

12

Helfen Pheromonfallen gegen Motten?

Zur Feststellung ja, zur Beseitigung nein. Pheromonfallen locken paarungsbereite Mottenmännchen zu einem Klebestreifen, und das Umweltbundesamt hält ausdrücklich fest, dass sie allein nicht ausreichen. Bei Kleidermotten werden Lockstoff-Fallen als Mittel zur Befallsermittlung genannt. Die Weibchen und die fressenden Larven erreicht die Falle nicht.

21

Bei wie viel Grad und wie lange muss ich Textilien einfrieren?

Für Kleidermotten nennt das Umweltbundesamt mindestens minus 19 Grad Celsius für mindestens 36 Stunden. Für Tierfutter werden mindestens 24 Stunden bei minus 18 Grad Celsius oder alternativ eine Stunde bei 60 Grad Celsius genannt. Ein Gefrierfach, das diese Werte nicht durchgehend hält, tötet die Eier nicht sicher ab.

12

Können Löcher in Baumwolle von Motten kommen?

Nein. Die Larven der Kleidermotte ernähren sich von keratinhaltigen Materialien wie Wolle, Haaren oder Federn, pflanzliche Fasern wie Baumwolle werden dagegen nicht befallen. Löcher in einem reinen Baumwollstück haben also eine andere Ursache. Fehlen an Wolltextilien die typischen weißen Gespinste, kommen außerdem Pelzkäfer in Betracht.

13

Helfen Schlupfwespen gegen Motten?

Das Umweltbundesamt nennt Schlupfwespen als Nützlinge und natürliche Feinde von Motten. Gegen die Dörrobstmotte werden Trichogramma evanescens gegen die Eistadien und Bracon hebetor gegen die Larvenstadien genannt, bei Kleidermotten Trichogramma evanescens. Die Tiere sind laut Umweltbundesamt weder für Menschen noch für Haustiere gefährlich oder lästig. Entscheidend ist, dass Art und Entwicklungsstadium zusammenpassen.

21

Muss ich bei Lebensmittelmotten alle Vorräte wegwerfen?

Befallene Vorräte sind nach der Einschätzung des Umweltbundesamts ungeeignet und müssen entsorgt werden. Unbefallene Ware kann bleiben, sollte aber kontrolliert und anschließend in luftdicht verschließbaren Gefäßen gelagert werden. Der eigentliche Punkt ist ohnehin das Regal und nicht die Packung, denn die Eier werden in enge Ritzen und Fugen abgelegt.

2

Reicht es, den Schrank auszuwischen?

Als Teil der Behandlung ist es richtig: das Umweltbundesamt empfiehlt, befallene Schränke gründlich mit Essigwasser zu reinigen und die Ritzen mit einem Föhn zu erhitzen. Als alleinige Maßnahme reicht es meist nicht, weil die Entwicklungsdauer zwischen 30 und 75 Tagen liegt und bis zu vier Mottengenerationen über das Jahr möglich sind. Ohne Nachkontrolle bleibt offen, ob der Herd wirklich weg ist.

2

Wer zahlt die Mottenbekämpfung in einer Mietwohnung?

Grundsätzlich der Vermieter, weil der Befall ein Mangel der Mietsache ist und Paragraf 535 Absatz 1 Satz 2 BGB ihn zur Erhaltung verpflichtet. Etwas anderes gilt, wenn der Mieter den Befall durch falsches Wohnverhalten verursacht hat. Ist die Ursache nicht aufklärbar, kommt nach der Rechtsprechung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg eine Mietminderung nach Paragraf 536 Absatz 1 BGB in Betracht. Eine einmalige Bekämpfung ist Instandhaltung und nicht als Betriebskosten umlagefähig.

101514

Quellen

Woher die Angaben auf dieser Seite stammen

Jede rechtliche und biologische Aussage auf dieser Seite ist belegt. Die Fundstellen stehen hier, damit Sie nachlesen können.

Alle 20 Fundstellen anzeigen
  1. Umweltbundesamt, Steckbrief KleidermottenMerkmale, Keratin und Baumwolle, Schadbild, Gesundheitsrisiken, Kälte- und Hitzebehandlung, Vorbeugung
  2. Umweltbundesamt, Steckbrief LebensmittelmottenArten, Eizahl und Entwicklungsdauer, Gespinst, Gesundheit, Pheromonfallen, Schlupfwespen, Vorbeugung
  3. Umweltbundesamt, Steckbrief PelzkäferKeratinverdauung, Fraßlöcher, fehlende Gespinste als Unterscheidungsmerkmal
  4. Verordnung zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen (SchädlBekV) vom 22. April 2026GVBl. Nr. 13 S. 177 bis 180, gültig ab 09.05.2026. Paragraf 1, Paragraf 5 Absatz 1
  5. Infektionsschutzgesetz, Paragraf 2Nummer 12, Begriff des Gesundheitsschädlings
  6. Infektionsschutzgesetz, Paragraf 17Absatz 2, Anordnungen gegen Gesundheitsschädlinge
  7. Lebensmittelhygiene-Verordnung, Paragraf 2Absatz 1 Nummer 1, nachteilige Beeinflussung, tierische Schädlinge
  8. Lebensmittelhygiene-Verordnung, Paragraf 3Allgemeine Anforderungen an das Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen
  9. Gefahrstoffverordnung, Anhang INummer 4, Begasungen und Befähigungsschein
  10. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 535Absatz 1 Satz 2, Erhaltungspflicht des Vermieters
  11. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 536Absatz 1, Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln
  12. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 536aAbsatz 2, Selbstbeseitigung und Aufwendungsersatz
  13. Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 536cAnzeigepflicht des Mieters und Rechtsverlust
  14. Betriebskostenverordnung, Paragraf 2Nummer 9, Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung
  15. Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 08.05.2025L 14 AS 237/22, Schädlingsbefall als Mangel, unaufklärbare Ursache, Instandhaltung statt Betriebskosten
  16. Tierschutzgesetz, Paragraf 1Satz 2, vernünftiger Grund
  17. Tierschutzgesetz, Paragraf 13Absatz 1 Satz 1, Vorrichtungen und Stoffe gegen Wirbeltiere
  18. Bundesnaturschutzgesetz, Paragraf 7Absatz 2 Nummer 13, europäische Vogelarten als besonders geschützte Arten
  19. Bundesnaturschutzgesetz, Paragraf 39Absatz 1 Nummer 1 und Nummer 3, wild lebende Tiere und ihre Lebensstätten
  20. Bundesnaturschutzgesetz, Paragraf 44Absatz 1 Nummer 3, Fortpflanzungs- und Ruhestätten besonders geschützter Arten

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